Wenn zum Kochen keine Zeit bleibt. Wie die Dokumentationspflicht den Gastronomen drangsaliert.

Wenn zum Kochen keine Zeit bleibt. Wie die Dokumentationspflicht den Gastronomen drangsaliert.

Dicke Aktenordner und viel Zeit anstatt Theke, Zapfhahn und Schürze. Der Gastronom von heute überlebt mühelos das Dschungel Camp und geht als Sieger hervor. Im Bürokratie Dschungel kämpft er täglich mit Verordnungen und Pflichten, die er auch noch sorgsam dokumentieren muss. Schließlich leben wir ja in Deutschland. Und hier hat ja alles seine Ordnung. Was nicht alles gekennzeichnet und dokumentiert werden muss! Allergene, die Temperatur des Kühlhauses, Arbeitszeiten, Hygieneschulungen des Personals, Reinigungsplan und vieles mehr. Ja, der Gastronom muss eine Menge an administrativen Aufgaben erfüllen, um legal sein Betrieb führen zu können. Wer Pech hat, darf noch mit einer Zollkontrolle mitten im Betrieb rechnen.

Bürokratie made in Germany: Welche Auswirkungen hat die Dokumentationspflicht auf die Gastronomie?

Die Dokumentationspflicht auf die Gastronomie ist und bleibt nicht folgenlos.

Die Dokumentationspflicht kostet zu viel Zeit!

  • Viele Gastronomen klagen zunehmend, dass sie die Hälfte Ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten verbringen müssen. Das eigentliche Business kommt viel zu kurz. Drastisch ausgedrückt: Für den eigentlichen Job bleibt keine Zeit mehr.

Die Dokumentationspflicht bedroht Existenzen!

  • Es ist arg übertrieben, dass die Dokumentationspflicht nur Geld kostet. Sie bedroht Existenzen. Bereits heute haben Gastronomen ihre Öffnungszeiten geändert. Sie schließen z.B. mittags, haben nur am Wochenende auf oder haben schlicht die Öffnungszeiten gekürzt. Der Gastronom kann keine Chancen wahrnehmen, um z.B. mehr Umsatz zu generieren. Zu sehr spannt ihn die Dokumentationspflicht ein.

Kleinere Gastronomiebetriebe haben einen höheren Wettbewerbsnachteil!

  • Je kleiner ein Betrieb ist, desto schwieriger ist es aufgrund der dünnen Personaldecke. Größere Gastronomiebetriebe benötigen zwar genauso viel Zeit für die Dokumentationspflicht, sind jedoch im Vorteil: Sie haben oftmals mehr finanzielle sowie personelle Ressourcen. Für einen größeren Gastronomiebetrieb ist es finanziell einfacher zu stemmen, Personal für administrative Aufgaben zu stellen. Kleinere Betriebe werden verdrängt.

Dokumentationspflicht Ausblick

Die Union und die SPD sind sich uneinig. Während die Union es den Arbeitgebern einfacher machen möchte und die Dokumentationspflicht „entbürokratisieren“ möchte, lehnt das die SPD ab. Diese fürchtet, dass das als Anlass genommen wird, den Mindestlohn zu umgehen.  Wie das Ergebnis ausgehen wird, bleibt abzuwarten.

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