Mindestlohn Erhöhung – das kann Probleme schaffen

Mindestlohn Erhöhung – das kann Probleme schaffen

Der Mindestlohn könnte 2019 auf 9,19€ steigen. Olaf Scholz (SPD) plädiert sogar für eine Mindestlohn Erhöhung auf 12 €. Ob sich so Einkommensungleichheiten und Altersarmut bekämpfen lassen?

Für das Mindeste

3 Gründe waren ausschlaggebend, weshalb der Mindestlohn eingeführt wurde:

  1. Bekämpfung von Lohndumping
  2. Existenzsicherung
  3. Weniger Belastung für die Sozialkassen
  4. Einkommensungleichheiten einzudämmen

Mindestlohn Erhöhung erreicht die Armen nicht

Richtig ist, dass der Mindestlohn Lohndumping bekämpft hat und Arbeitnehmer nicht mehr die modernen Sklaven der Wirtschaft sind. Da die Löhne im Niedriglohnsektor gestiegen sind, wurden die Einkommensunterschiede eingedämmt. Dennoch kann nicht die Rede sein, dass der Mindestlohn die Existenz sichert. Eine ledige und kinderlose Person wird mit dem Mindestlohn über die Runden kommen – vorausgesetzt diese lebt nicht in einer teuren Großstadt. Schwierig erweist sich die Lage für allerziehende Mütter, die kaum eine Chance haben, der Armutsfalle zu entgehen – trotz Mindestlohn. Oftmals müssen deren Gehälter aufgestockt werden. Bleibt am Ende des Monats ein Plus über, wird dieses mit den Sozialleistungen verrechnet.

Langzeitarbeitslose erhalten erst nach sechs Monaten den Mindestlohn. Warum diese weniger Gehalt bekommen, obwohl sie dieselbe Arbeit wie ihre Kollegen verrichten, ist unklar. Diese Ausnahme kann von Arbeitgebern schamlos ausgenutzt werden. Nach der „Probezeit“ kommt einfach der Nächste. Die Personal- und Lohnnebenkosten werden eingespart.

Maschinen statt teuren Lohnnebenkosten

Der technologische Fortschritt ermöglicht, dass Arbeit durch Maschinen ersetzt wird. Bei steigenden Lohnnebenkosten ist es für den Unternehmer rentabler, bestimmte Arbeiten von Maschinen verrichten zu lassen oder die Produktion ins Ausland zu verlagern. Die Investitionen werden zurückgehen. Davon sind besonders die Handwerksberufe betroffen. Bereits jetzt fehlen Kassiererinnen in Supermärkten. Diese werden durch Bezahlsysteme ausgetauscht. Für weniger qualifizierte Arbeitnehmer wird es noch schwieriger sein, einen durchschnittlich bezahlten Job zu bekommen.

Höhere Stundenlöhne bedeuten nicht automatisch mehr Lohn

Bereits jetzt wird der Mindestlohn umgangen, indem eine höhere Arbeitsintensität von Mitarbeitern verlangt wird. Bestimmte Arbeiten sollen in einer bestimmten Zeit erledigt werden. Was darüber hinausgeht, wird nicht bezahlt. Auch wenn der Zoll Kontrollen angekündigt hat: Hierfür fehlt es schlicht an Personal.

Die Kaufkraft könnte geschmälert werden

Mit einer Mindestlohn Erhöhung steigen nicht nur die Personal- und Lohnnebenkosten. Die Preise werden langfristig steigen, weil nicht nur die Mitarbeiter mehr kosten, sondern auch der Lieferant, der Gemüsehändler und der Frisör. Das könnte zur Folge haben, dass Dienstleistungen eingeschränkt werden. Restaurants werden einen zusätzlichen Ruhetag einlegen oder mittags schließen, der Frisör schließt eine Stunde früher etc. Für den Arbeitnehmer bedeutet das weniger Arbeitsstunden.

Letztendlich wird eine Erhöhung des Mindestlohns nicht die Einkommensungleichheiten sowie Altersarmut bekämpfen. Was fehlt sind ausreichend unbefristete und sozialversicherungspflichtige Jobs.

 

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